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Willkommen im Clan: Über die Räume und ihr Inventar.Jetzt habe ich Sie also dort, wo ich Sie haben wollte: mittendrin. An dieser Stelle muss ich Sie kurz warnen: In einem der Räume, die Sie nun betreten, werden Sie auch einen kleinen »Exkurs über den Sex im Clan« finden. Dass dies eine brandgefährliche Sache ist, wissen zumindest all jene unter Ihnen, die Jean Gabin im grandiosen französischen Mafia-Film »Le Clan des Siciliens« gesehen haben. Ich weiß natürlich, dass Sie nicht deshalb hierher gekommen sind. Das Reißerische ist Ihre Sache nicht. Das Schmuddelige sowieso nicht. Die Schlagzeile »Der Kennedy-Clan: Sex, Drugs, saure Gurken« würde Sie nie zum Kauf einer Illustrierten bewegen. Und auch Kitty Kelleys saftig-unkorrektes Enthüllungsbuch über den Bush-Clan (»Sex, Drogen und brutale Politik«) haben Sie ausgelassen. Sie sind schließlich, deswegen lesen Sie Bücher wie dieses hier, ein ernsthafter Mensch. Trotz alledem: Ich kann Ihnen (und mir) das Thema nicht ersparen. Wer wissen will, wie der Clan funktioniert und wächst und gedeiht, muss die Regeln kennen. Und die Grenzen. Wer über Werte und Gefühle im Clan sprechen will, wird sich mit Grausen auch an jene Weihnachtsfeier erinnern, bei der uns der Prokurist nach einigen Gläsern Sekt-Orange immer näher ... Nun, genau davon später mehr: Auf Seite 105 verrate ich Ihnen, warum Sie den Film über den »Clan der Sizilianer« auf jeden Fall sehen sollten. Fürs Erste will ich die Sache nur mit einem kleinen Zettelkasten illustrieren. Zettelkasten Nun aber zum Grundsätzlichen: Jeder Clan braucht Regeln. Was der britische Ethnologe Sir James Frazer von den Regenmachern bei den Clans der Massai erzählt hat, schildert uns der Japaner Yamamoto Tsunetomo am Beispiel der Clans der Samurai: Das Leben im Clan basiert auf einem klaren Verhaltenskodex. Tsunetomo war im Jahr 1668 – als Neunjähriger schon – in den
Dienst des zweiten Fürsten des Nabeshima-Clans berufen worden. Im Alter dann
ordnete er die Lehren dieses Samurai-Clans für jenes Regelwerk, das heute
als Hagakure bekannt ist. Wer zeitlose Weisheiten schätzt, dem sei das Büchlein
hiermit empfohlen: Jeder Clan ist auf seinen eigenen Kodex eingeschworen. Auch meiner. »Hab
keine Angst«, heißt eine der wichtigsten Regeln im Heller-Clan. »Umsatz
um jeden Preis ist kein Ziel für uns«, besagt eine andere. »Uns
sind junge Menschen wichtig, im besten Fall sind uns die älteren sogar noch
wichtiger«, lautet eine dritte. Wenn Sie über den angstfreien Umgang miteinander lesen wollen, dann sind Sie hier, hinter der ersten Tür, richtig. Genauso gut könnten Sie aber auch vorgreifen: Die zweite Tür öffnet einen Raum, in dem von der Macht im Clan, von der Kraft der Frauen und von den Gefühlen die Rede ist. Hinter der dritten Tür erfahren Sie, warum der gemeinsame Lohn wichtig, was Feste und Geschenke, Lob und Tadel im Clan bedeuten. Ich zeige Ihnen dort aber auch, wie der Clan generationsübergreifend funktioniert. Wie aus der Vergangenheit die Zukunft wachsen kann und was die Älteren anstellen sollten, damit auch die Jüngeren etwas davon haben. Wer schließlich die vierte Tür öffnet, sieht sich mit der Kehrseite der Medaille konfrontiert: Weil nicht immer alles rosarot sein kann, bereite ich Sie hier auf die größeren und kleineren Krisen im Clan vor. Was tun, wenn aus Gruppendynamik Gruppenzwang wird? Was tun, wenn der Neid regiert? Was tun, wenn der Erwartungsdruck ins Unerträgliche steigt? Was also tun, um Ärger zu vermeiden und aus Krisen gestärkt hervorzugehen? Wenn Sie fürs Erste lieber hier bleiben wollen – auch gut. Dann verrate
ich Ihnen gleich eine der wichtigsten Regeln des Heller-Clans: |